Aus dem

Gemeindebrief   Dezember  2011

Liebe Gemeindeglieder,

Alma hatte  im Bad ihren Ehering verloren. Sie schrieb am nächsten Morgen verzweifelt einen Brief an die Stadt. Sie flehte um Hilfe.
Solche Anfragen werden normalerweise wegen Zeitmangels negativ oder gar nicht beantwortet. Aber diesmal machte die zuständige Abteilung eine Ausnahme.
„Ich brauch den Ring unbedingt wieder, er ist ein sehr wertvolles Erinnerungsstück“ – so stand in dem Brief.
Es war ein dreckiger Job! Zwei Fachleute führten eine Kamera in die Abwasserkanäle. An Bildschirmen suchten sie nach dem Schatz. Alles war vergeblich.
Daraufhin durchkämmten sie das Abwasser im Hauptkanal und zogen alle festen Gegenstände aus einem Feinkiesfilter heraus. Immer noch kein Erfolg. Schließlich spülten sie in einer gigantischen Aktion von Hand mit einem Gartenschlauch die schlimmste übrig gebliebene stinkende Masse von den festen Gegenständen weg.
Und? Sie fanden den Ring!
Vier Arbeiter brachten der alten Dame den Ring zurück. Damit machten sie Alma mit einem Schlag um Jahrzehnte jünger. Sie strahlte: „Ich bin der glücklichste Mensch der Welt. Jetzt wird mir der Ring bis zu meinem Tod nicht mehr verloren gehen.“
Was Alma Dummes passiert ist, haben in ähnlicher Weise viele von uns erfahren. Uns sind hohe Werte verloren gegangen, an denen unser Herz hing.
Einer der höchsten Werte ist die Harmonie mit Gott und unseren Mitmenschen. Streit, Egoismus, Machtgelüste und Rücksichtslosigkeit haben uns den Frieden sozusagen den Abfluss im Waschbecken hinunter gespült.
 Aber: Gott führte die gewaltigste Rettungsaktion aller Zeiten durch. Sein Sohn Jesus Christus kam in den größten Dreck der Menschheitsgeschichte und gab da sein Leben hin für uns. Nicht, um etwas Materielles zu retten. Sondern etwas Unvergängliches und unvergleichlich Wertvolleres: Unseren Frieden.
 Frieden mit Gott. Frieden mit unseren Mitmenschen. Frieden in unserem Herzen.
„Friede den Menschen auf Erden“ sangen die Engel damals .
Und Jesus hat dann gesagt: „Meinen Frieden schenke ich Euch!“  Das ist Weihnachten. Das Fest des Friedens.
Nehmen Sie bewusst Jesus und seinen Frieden  an in jeden Bereich  Ihres Lebens? !
Laden Sie ihn wieder neu in Ihr Leben ein.
Garantiert wird dann dieses Jahr Weihnachten und das kommende neue Jahr anders!
In diesem Sinn wünsche ich Ihnen eine gesegnete Advents-  und Weihnachtszeit
Ihr Pfr. Immanuel Raiser

 

Aus dem

Gemeindebrief   Oktober  2011

Auf dem Weg nach Hause…

„Endlich zu Hause!“ Kennen sie das Gefühl, nach einer langen Fahrt die Türe zum Wohnzimmer zu öffnen und all das Vertraute wieder zu sehen! Es geht doch nichts über das eigene Zuhause.

Ich hab mir in letzter Zeit die Frage gestellt: Wo sind wir wirklich zuhause? Ich mein, ist der bequeme Sessel, wo wir unsere Füße jeden Abend hochlegen wirklich unser Zuhause? Oder Omas Haus, wo die Erinnerungen an früher noch so lebendig sind? Ist es nicht viel mehr der Ort, wo jemand auf uns wartet, selbst, wenn wir erst spät nachts ankommen, wo wir uns ausruhen können, wo wir uns geborgen fühlen und wissen: „Hier bin ich willkommen! Hier gehöre ich dazu.“  Das müsste doch eigentlich Zuhause sein, oder nicht?

Was aber, wenn Ereignisse in unserem Leben geschehen, die uns das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit rauben? Wo selbst in meinen scheinbar sicheren vier Wänden das Chaos herrscht und die Angst spürbar wird. Wo sind wir dann zuhause?

Im wohl bekanntesten Psalm, Psalm 23, wird uns von einem Hirten erzählt der seine Schafe begleitet. Er weicht nicht von ihrer Seite, weder in den Guten, noch in den Schlechten Zeiten. Er wacht über sie und bringt sie sicher nach Hause („…und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.“). Wie oft haben wir diese Worte schon gesagt? Zuhause sein bei Gott? Wollen wir das wirklich?

Thea Eichholz-Müller singt in einem ihrer Lieder: „Gewöhn mein Herz an die Ewigkeit, der Weg dorthin ist gewiss nicht weit. Verstand und Seele mach sie ganz bereit. Gewöhn mein Herz, gewöhn mein Herz an die Ewigkeit.“ Ist es nicht verwunderlich, dass wir vom Kopf her wissen, dass unsere Heimat nicht hier auf Erden ist, und wir dennoch unser Leben oft so einräumen und gestalten, wie wenn wir ewig hier bleiben wöllten? Die Ewigkeit ist doch Hoffentlich noch weit weg… oder?

Ich glaube nicht, dass Gott uns mit der Ewigkeit Angst machen will. Ich glaube viel mehr, dass er uns einen kleinen Vorgeschmack der Ewigkeit hier auf der Erde gibt, durch all die schönen Dinge die er geschaffen hat! Er will, dass wir unser Leben genießen und uns gleichzeitig bewusst sind, dass er wie der gute Hirte um uns ist. Und das Ziel unserer gemeinsamen Reise heißt nicht „sweet home Schwarzwald“ sondern die himmlische Heimat. Wie auch immer sie aussehen wird! Ich bin mir sicher, wir werden dort noch viel mehr wie jetzt nach einem Urlaub das Gefühl haben: „Endlich nach Hause gekommen zu sein!“

Ich wünsche ihnen und mir ein echtes Nachhause Kommen!

Liebe Grüße Rebekka Schrade

 

Aus dem

Gemeindebrief   Juni 2011
Liebe  Gemeindeglieder!

Es war in meiner früheren Gemeinde in Stuttgart. Auch im Ruhestand wollte der erfahrene Arzt noch weiterarbeiten. Im großen Krankenhaus im östlichen Zaire wurden schwarze Ärzte und Krankenschwestern ausgebildet. Dort arbeitet er dann mit. Der Rat des erfahrenen Fachmanns galt bei Ärzten und Pflegern sehr viel. Es waren schwierige Zeiten. Durch die Wirtschaftskrise und die galoppierende Inflation ging das Land durch eine unvorstellbare Armut. Die Regierung kümmerte sich nicht um die Versorgung der Kranken. Jeder wurde gebraucht, der helfen konnte. Und dann passierte der tragische Unfall. In der Nähe des Krankenhauses traf ein hochgewirbeltes Stahlrohr auf einer Baustelle den Geländewagen des Arztes. Es durchschlug das Armaturenbrett und rammte sich dem Arzt voll in Kopf und Brust. In wenigen Minuten lag er auf dem OP Tisch. Auf dem Tisch, auf dem er selbst manchem das Leben gerettet hatte. Jetzt kämpften afrikanische Ärzte um sein Leben. Die Blutungen waren schlimm, Hals- und Brustknochen gebrochen, das ganze Gesicht aufgerissen. Als der Verunglückte wieder bei Bewusstsein war, konnte er nicht mehr sprechen. Diejenigen, die bei ihm am Bett saßen, freuten sich, wenn er ihnen schwach die Hand drückte.„Er wurde zur Herrlichkeit befördert“, sagten die Afrikaner über ihn, als er wenige Tag später heimging.
Es war abends um halb acht. Schnell hatte sich die Nachricht vom Tod des erfahrenen Lepraspezialisten herumgesprochen. Ein endlos langer Zug von Menschen sammelte sich beim Krankenhaus. Dann trugen Helfer den Toten in die Kapelle und bahrten ihn
dort auf. Alle wollte sie Abschied nehmen. Die Häuptlinge
der umliegenden Dörfer kamen. Und viele Leute, die einfach danken wollten. Am nächsten Morgen begleiteten hunderte den mit tropischen Blumen geschmückten Sarg. Direkt beim Flugstreifen für das Missionsflugzeug hatte man ein Grab ausgehoben. Und was sangen sie bei der Beerdigung? Fröhliche
Lob- und Danklieder. Lieder wie „Der Herr ist mein Hirte“ und „Dient dem Herrn mit Freuden“. Mit hellen Trompeten wurden die Lieder begleitet. Alle waren voller Trauer. Und trotzdem: Es lag etwas von Triumph und Sieg in dieser Feier, wie das vielleicht nur Afrikaner erleben können. Sein Beerdigungstext war:
„Wir werden Jesus gleich sein und ihn sehen, wie er ist.“  Über dieses Wort sprachen mehrere Prediger beim Gottesdienst in der Kirche und dann am Grab. Diese großartige Aussicht ließ die vielen trauernden Afrikaner trotz dem schweren Leid fröhlich sein.

Das ist Ostern! Und das ist Himmelfahrt! Jesus hat den Tod besiegt! Wir werden ihn sehen. Und all diejenigen, die im Glauben vorausgegangen sind. Er ist auferstanden.
Er lebt und seit Himmelfahrt hat er dieMacht über alles in der Welt.

Das darf auch Sie gelassen machen. Und vielleicht auch fröhlich. Trotz schwerem im Leben. Und diese Getrostheit wünsche ich Ihnen. Wie es Jesus gesagt hat: „Niemand wird sie aus meiner Hand reißen!“

Ihr Pfarrer Immanuel Raiser

Aus dem

Gemeindebrief   Dezember 2010
 


Liebe Gemeindeglieder!

Ein Team junger Leute macht Besuche in einem Hochhaus. Sie wollen mit den Bewohnern über den Glauben ins Gespräch kommen und zu einer Veranstaltung einladen. Zehn Stockwerke und 90 Wohnungen liegen vor ihnen. Sie klingeln an der ersten Tür und fragen den jungen Mann, der öffnet: „Kennen Sie den Herrn Jesus?“ Der junge Mann sieht die Besucher ratlos an, kratzt sich nachdenklich am Kopf. Schließlich antwortet er zögernd: „Warten Sie mal, hier wohnen viele Ausländer. Über mir wohnt ein Herr Jäger und daneben… ja ich glaube, da gibt’s einen Herr Jesus.“ Wer weiß schon wer sein Nachbar ist, besonders in einem anonymen Hochhaus in der Stadt? Stumm geht man da aneinander vorbei. Muss man den anderen kennen, nur weil er im gleichen Gebäude wohnt? Ich kenne ihn doch gar nicht. Und ich will ihn auch gar nicht kennen lernen. Gut, dass ich mich in meine vier Wände zurückziehen kann. Was interessieren mich die Menschen neben mir? Ich habe meine eigenen Sorgen und genug damit zu tun. Doch eine geschlossene Tür macht allein. Vereinsamung unter einem Dach, unter dem das Leben brodelt. Isolation obwohl so viel Nähe da ist. Wo aber wohnt der Herr Jesus? Zwei Stockwerke über mir? Oder drei unter mir? Für den jungen Mann ist er nur ein weiterer unbekannter Mitbewohner. Kennen Sie, oder kennen Sie nicht Herrn oder Frau…? Kennen Sie den Herrn Jesus? Kennen hat mit Wissen zu tun. Wenn ich jemand kenne, weiß ich auch etwas über ihn, über seinen Hintergrund, seine Liebe Gemeindeglieder! Persönlichkeit, seine Arbeit, seine Familie. Ich muss ihn nicht mögen, aber ich weiß in etwa, wer er ist. Doch kennen Sie den Herrn Jesus? Was wissen Sie von ihm? Ja wollen Sie denn überhaupt etwas von ihm wissen? Der junge Mann in dem riesengroßen Haus mit den vielen Etagen  muss er nicht Angst haben vor so viel Leere und Fremdsein? Fremdsein bedeutet zugleich „Wegsein“. Keine Wurzeln mehr zu haben, aus denen etwas wachsen kann. Keine Heimat, keine Wärme. Fremdsein heißt auch unterwegs zu sein, nach Geborgenheit zu suchen. So sind viele Menschen auf der Flucht. Ihre Fluchtwege ziehen sich nicht nur durch Hochhäuser, sie überqueren auch Ländergrenzen. Dabei sehnt sich jeder nach etwas Vertrautem. Jeder wünscht sich einen Ort der Geborgenheit und eine warme Hand, die sich ihm entgegenstreckt und sagt: „Du bist mir wichtig! Dich hab ich lieb!“ Der junge Mann glaubte der Herr Jesus wohne zwei Stockwerke über ihm. Er weiß nicht, dass dieser Jesus eigentlich schon lange bei ihm ist. Dass er es ist, der ihm seine Hand entgegenstreckt. Der schon lange gekommen ist. Deshalb feiern wir Weihnachten. Dieser Jesus, der seine und Ihre Wohnung mit neuem Leben erfüllen möchte, der Ihnen zur Seite stehen möchte und Ihnen helfen will. Der der Herr dieser Welt ist. Keiner von uns muss zuerst an viele Türen klopfen um ihn zu finden. Dieser Jesus ist bereits da, der darauf wartet, dass Sie ihn aufnehmen. Wie der Wirt in Bethlehem damals an Weihnachten. Deshalb: Laden Sie ihn ein, diesen Herrn Jesus. Machen Sie die Tür weit auf. Ihr Leben, Ihre Wohnung wird voll und bunt und anders. Deshalb feiern wir Weihnachten! Ein bekanntes Einrichtungshaus wirbt mit dem Slogan: Wohnst du noch oder lebst du schon? Wie geht es Ihnen? Wohnen Sie noch oder leben Sie schon mit diesem Herrn Jesus? In diesem Sinn wünsche ich Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit !

 

Ihr Pfarrer Immanuel Raiser

 

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Gemeindebrief   Herbst  2010

Menas und Christus

Liebe Gemeindeglieder,


in dem großen Museum "Louvre" in Paris ist eine alte Ikone ausgestellt.
Es ist eine koptische Ikone aus dem 6. Jahrhundert. Sie zeigt Menas und Christus.
Menas war ein ägyptischer Soldat, der im römischen Heer des dritten Jahrhunderts zu dienen hatte.
Weil der Kaiser nicht nur Feldherr, sondern auch Gott sein wollte, mussten seine Soldaten vor einer Kaiserstatue opfern. Menas aber konnte und wollte nicht. Sein Herr war Jesus. Er floh in die Wüste, wurde dort aber aufgespürt. Er bekam eine letzte Chance: "Schwöre deinem Jesus ab,
oder du wirst sterben." Menas aber blieb dabei: "Mein Herr ist und bleibt Jesus!" Daraufhin wurde er in den Zirkus geschleppt und enthauptet.
Da kann man sich doch fragen: Hätte Gott ihm nicht helfen können? Wo war Jesus -- mit seiner Hilfe?
Die Ikone gibt die Antwort: Jesus war neben ihm! Seine Hand liegt auf seiner Schulter. Sie blicken in dieselbe Richtung, blicken gemeinsam dem Grauen entgegen.
Jesus geht mit. Egal was auch Ihnen entgegenkommt. Jesus hat einen langen Arm. Das zeigt die Nähe und Distanz auf der Ikone.

Jesus ist immer der Freund und der Herr. Der Menschenbruder und der Sohn Gottes.
Der Erlöser und der Weltrichter.
Auf der Ikone schaut Menas ängstlich und zuversichtlich zugleich aus.
Sein Bekenntnis zu Jesus dem Herr ist links und rechts auf der Ikone zu lesen.
Und das Christuszeichen steht zwischen ihnen.
Die Ikone erinnert mich an ein Lied : "Er ist die Hand auf meiner Schulter, er ist mein Lied in grauer Nacht. Er ist die Stimme aus dem Schweigen, er ist der Mut, der mir oft fehlt. Er ist das Brot, von dem ich lebe, er ist die Straße an das Ziel."
Man muss sich das immer wieder neu sagen lassen, auch durch so eine Ikone:
Jesus ist an unserer Seite. Will an Ihrer Seite sein. Er geht mit. Was auch kommt. Sie dürfen seine Hand auf der Schulter spüren. "Ich bin bei Euch alle Tage bis an das Ende der Welt" so hat er es versprochen. Mit ihm dürfen Sie
leben und - wenn die Zeit da ist - sterben.

Ihr Pfarrer Immanuel Raiser

Gemeindebrief   Juni 2010
 

Spiel weiter…pianist

Der Pianist Jan Paderewski sollte einmal in einem Konzertsaal mit 4000 Plätzen in New York ein
Konzert geben. Schon Monate vorher war es ausverkauft. Eine Frau brachte ihren 9-Jährigen Sohn
mit (der kein guter Klavierschüler war), damit er den großen Pianisten hören und dadurch motiviert
 werden sollte. Natürlich benahm er sich wie ein Neunjähriger, er hampelte und rutschte herum.
Doch plötzlich, kurz bevor das Konzert beginnen sollte, sauste er auf die Bühne, öffnete das Klavier
und begann vor einem schockierten Publikum einen „Flohwalzer“ zu spielen. Paderewski hörte den
Tumult, ging zu dem Jungen, kniete sich vor ihn hin, legte seinen Arm um ihn und flüsterte:
 â€žSpiel weiter“. Dann improvisierte er ein unglaubliches Konzert um den „Flohwalzer“ herum.
 Und während er spielte, wiederholte er immer wieder die Worte: „Spiel weiter! Hör nicht auf,
du machst das toll! Mach weiter!“Als ich diese Geschichte zum ersten Mal las, kamen mir ganz
unterschiedliche Gedanken. Im Grunde ist es doch unverschämt gerade zu schockierend was sich der
kleine Junge da erlaubt.
Da macht man sich auf den Weg um ein Konzert zu erleben, Musik auf höchstem Niveau,
und dann kommt da so ein „Flegel“ daher, der einen mit seiner stümperhaften Musik belästigt.
Dem sollte man mal zeigen wo es lang geht… Aber was ist denn das? Warum gibt sich dieser
große Pianist auch noch mit ihm ab? Das kann doch nicht wahr sein? Manchmal geschehen Dinge um
mich herum wo ich ähnliche Gedanken habe. Das kann doch nicht sein… also so kann man sich doch nicht
 geben… Oder ich erlebe Situationen wo ich selber denke: „Nein, da gibt es wirklich Menschen die das so
vieles besser können als ich. Da hältst du dich lieber mal zurück und belästigst die Menschen nicht
mit deinem „mittelmäßigen“ Können!“  Kennen sie solche Gedanken? Aus ihrer Arbeit? Aus ihren
Aufgaben in der Kirchengemeinde?Mich fasziniert dieser Pianist. Im Grunde ist es sein Konzert.
Alle warten auf ihn. Nicht auf diesen kleinen Jungen. Er hat die Größe sich anders zu verhalten als es
 von ihm erwartet wird! Er integriert diesen Jungen. Er gibt sein Konzert, in all seiner Schönheit.
Aber er gibt es nicht allein, er nützt das „mittelmäßige“ Klavierspiel des Jungen. Und nebenbei ermutigt
er ihn! ER- der große Pianist sagt: „Spiel weiter! Hör nicht auf, du machst das toll! Mach weiter!“.

In Epheser 3,20 steht: „Gott kann unendlich viel mehr an uns tun, als wir jemals von ihm erbitten
oder uns ausdenken können. So mächtig ist die Kraft, mit der er in uns wirkt.“ (Gute Nachricht)
Es geht nicht darum der Beste oder Schlechteste zu sein! Es geht vielmehr darum, dass wir unsere 
Gaben (und wenn sie noch so mittelmäßig sind in unseren Augen) Gott zur Verfügung stellen.
Was er daraus macht ist seine Verantwortung. Doch seien sie nicht überrascht wenn daraus ein Konzert wird!

„Spiel weiter! Hör nicht auf, du machst das toll! Mach weiter!“ ER, Jesus selber will uns dazu ermutigen.

Liebe Grüße, Eure

Rebekka Schrade

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Gemeindebrief   Frühjahr 2010

Wenn der graue Winter nicht geht...

Mögen Sie den Winter? Also ich mag den Winter nicht besonders . Eine Abfolge von Frühling , Sommer, Herbst und dann wieder Frühling wäre mir viel lieber. Aber daran kann man ja nichts ändern. Eigentlich müsste ich es genauer sagen: ich mag unseren Winter nicht. Wenn die Tage endlos, feucht, diesig, und grau sind wie wir es schon so oft erlebt haben. Ende Januar, Anfang Februar war das ja dieses Jahr anders. So wie auch bei der Gemeindeskifreizeit in der Schweiz in Saas Almagell. Das ist ein Winter, der mir gefällt. Schnee, der liegen bleibt. Darüber ein strahlend blauer Himmel und herrliche Berge. Eigentlich müsste ich es noch genauer sagen: Denn mein Winter hat zwei Teile. Der Winter vor und der Winter nach Weihnachten. Der Winter vor Weihnachten gefällt mir. Die adventliche Stimmung in den Geschäften, die Lichter und Kerzen an Bäumen und Häusern, die Festvorbereitungen...
 Die Vorfreude auf das Fest aller Feste.

Aber beim Winter danach, da herrscht oft die Farbe grau. Außen - und oft auch innen. Aber was kann man dagegen unternehmen? Was machen sie? Man kann sich einreden: Ich weiß ja, dass es immer wieder Frühling geworden ist. Mein Schwager lebte einigte Jahre in Kalifornien. Dort ist es das ganze Jahr über heiß und scheint die Sonne.
Als er wieder nach Deutschland kam, sagte er zu mir. "Du ahnst gar nicht, wie ich mich nach einem richtig grauen, tristen, nebligen Wintertag gesehnt habe!"
Vielleicht ist es schon so: Ohne Winter würde man den Frühling gar nicht richtig schätzen. Ja, was tun? Gut ist : Sich bewegen. Der Winter macht träge. Die Gedanken und die Gefühle. Bewegung tut gut. Raus gehen, auch wenn esschüttet. Auf den Home-Trainer oder ins Pano. Licht und Wärme suchen. Das ist nicht immer leicht. Aber man findet auch im Winter Licht. Licht bedeutet Leben. Ihr Körper braucht Licht- und Ihre Seele. Vielleicht hilft die Höhensonne oder ein Solarium. Oder versuchen Sie es mit Johanniskraut. Das erhöht die Fähigkeit des Körpers, Licht aufzunehmen. Und hellt so die Stimmung auf. Aber vor allem: Man kann in dieser tristen Jahreszeit mehr lesen und mehr beten.. Allein und gemeinsam. Der Winter weist einen nach innen, ob man will oder nicht. Da mahnt kein hohes Gras ans Rasenmähen. Die Biergärten sind noch geschlossen. Und die Spaziergänge fallen kürzer aus. Da hat man mehr Zeit für sich. Für ein gutes Buch oder zwei. Für die Familie und Freunde. Und für Gott.
Dieses Jahr begehen wir eigentlich das "Jahr der Stille"
Es ist ja gut so, dass zu Beginn des Jahres besonders viele Veranstaltungen angeboten werden. Bibelabende, Glaubenkurse, Allianzgebetswoche, Seminare... Eine Zeit um auch vor Gott still werden zu können. Eine intensive Zeit um auf sein Wort hören.
"Durch stille sein würdet ihr stark sein.." So hat es Gott durch Jesaja sagen lassen.. Vielleicht ist das der Grund, warum wir oft so schlaff sind. Deshalb: Ruhe suchen.
Und Gemeinschaft tut gut. Besonders in diesem Teil des Winters. Gemeinschaft mit anderen Christen und mit Gott. Gemeinschaft macht hell. Gemeinschaft wärmt.
Vielleicht könnte man sich gerade aus diesem Grund glatt auf den nächsten grauen Winter freuen!
Ihr Pfarrer Immanuel Raiser

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