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Aus dem
Gemeindebrief Frühjahr 2010
Wenn der graue Winter nicht geht...
Mögen Sie den Winter? Also ich mag den
Winter nicht besonders . Eine Abfolge von Frühling , Sommer, Herbst und dann wieder Frühling wäre mir viel lieber. Aber daran kann man ja nichts ändern. Eigentlich müsste ich es genauer sagen: ich mag
unseren Winter nicht. Wenn die Tage endlos, feucht, diesig, und grau sind wie wir es schon so oft erlebt haben. Ende Januar, Anfang Februar war das ja dieses Jahr anders. So wie auch bei der
Gemeindeskifreizeit in der Schweiz in Saas Almagell. Das ist ein Winter, der mir gefällt. Schnee, der liegen bleibt. Darüber ein strahlend blauer Himmel und herrliche Berge. Eigentlich müsste ich es noch
genauer sagen: Denn mein Winter hat zwei Teile. Der Winter vor und der Winter nach Weihnachten. Der Winter vor Weihnachten gefällt mir. Die adventliche Stimmung in den Geschäften, die Lichter und Kerzen an
Bäumen und Häusern, die Festvorbereitungen... Die Vorfreude auf das Fest aller Feste.
Aber beim Winter danach, da herrscht oft die Farbe grau. Außen - und oft auch innen. Aber was kann man dagegen unternehmen? Was machen sie? Man kann sich einreden: Ich weiß ja, dass es immer wieder
Frühling geworden ist. Mein Schwager lebte einigte Jahre in Kalifornien. Dort ist es das ganze Jahr über heiß und scheint die Sonne. Als er wieder nach Deutschland kam, sagte er zu mir. "Du ahnst
gar nicht, wie ich mich nach einem richtig grauen, tristen, nebligen Wintertag gesehnt habe!" Vielleicht ist es schon so: Ohne Winter würde man den Frühling gar nicht richtig schätzen. Ja, was
tun? Gut ist : Sich bewegen. Der Winter macht träge. Die Gedanken und die Gefühle. Bewegung tut gut. Raus gehen, auch wenn esschüttet. Auf den Home-Trainer oder ins Pano.
Licht und Wärme suchen. Das ist nicht immer leicht. Aber man findet auch im Winter Licht. Licht bedeutet Leben. Ihr Körper braucht Licht- und Ihre Seele. Vielleicht hilft die Höhensonne oder ein Solarium.
Oder versuchen Sie es mit Johanniskraut. Das erhöht die Fähigkeit des Körpers, Licht aufzunehmen. Und hellt so die Stimmung auf. Aber vor allem: Man kann in dieser tristen Jahreszeit mehr lesen und mehr
beten.. Allein und gemeinsam. Der Winter weist einen nach innen, ob man will oder nicht. Da mahnt kein hohes Gras ans Rasenmähen. Die Biergärten sind noch geschlossen. Und die Spaziergänge fallen kürzer
aus. Da hat man mehr Zeit für sich. Für ein gutes Buch oder zwei. Für die Familie und Freunde. Und für Gott. Dieses Jahr begehen wir eigentlich das "Jahr der Stille" Es ist ja gut so,
dass zu Beginn des Jahres besonders viele Veranstaltungen angeboten werden. Bibelabende, Glaubenkurse, Allianzgebetswoche, Seminare... Eine Zeit um auch vor Gott still werden zu können. Eine intensive Zeit
um auf sein Wort hören. "Durch stille sein würdet ihr stark sein.." So hat es Gott durch Jesaja sagen lassen.. Vielleicht ist das der Grund, warum wir oft so schlaff sind. Deshalb: Ruhe
suchen. Und Gemeinschaft tut gut. Besonders in diesem Teil des Winters. Gemeinschaft mit anderen Christen und mit Gott. Gemeinschaft macht hell. Gemeinschaft wärmt. Vielleicht könnte man sich gerade
aus diesem Grund glatt auf den nächsten grauen Winter freuen!
Ihr Pfarrer Immanuel Raiser
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